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Das Institut für Entrepreneurship (IfE) und das Institut für Digitale Transformation (IDT) der Hochschule Neu-Ulm (HNU) war mit insgesamt fünf wissenschaftlichen Beiträgen auf der internationalen Konferenz der International Society for Professional Innovation Management (ISPIM) vertreten. Einer der Beiträge entstand im Rahmen des InnoSÜD-Teilprojekts „Digitaler Reifegrad @ Mittelstand“. 

Die ISPIM Innovation Conference 2021  fand in diesem Jahr vom 20. bis 23. Juni 2021 in einem virtuellen Format statt. In den drei Tagen hielten über 600 Innovationsexpert:innen mehr als 300 Präsentationen. Zusätzlich fanden über 25 Workshops statt. Zu den Experten und Denkern zählten dieses Jahr unter anderem Travis Robinson, Global Head of Diversity, Inclusion and Belonging bei Spotify, Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen, sowie Ladeja Godina Košir, Gründer und Executive Director bei Circular Change & Vorsitzender von CG ECESP.

Prof. Dr. Daniel Schallmo und Tal Berman haben ein Paper zum Thema „Digital Transformation of Business Models in the Israeli AgTech Landscape“ präsentiert. Carina Volk präsentierte zusammen mit Jessica Hartwig ein Paper mit dem Titel: „Overcoming the Male Bias in Youth’s Entrepreneurship Attitudes“. Weiter präsentierten Prof. Dr. Daniel Schallmo und Christopher A. Williams zwei Paper mit den Titeln: „Interdisciplinary Approach to Innovation Management Research: A Conceptual Methodological Framework“ und „Integrated Approach for Digital Maturity: Levels, Procedure, and In-Depth Analysis“. Prof. Dr. Klaus Lang, Daniel Hasler, Tobias Hackl und Katharina Ehmig-Klassen präsentierten ihre Forschungsergebnisse mit dem Titel „A systems theory-based conceptual framework for holistic digital transformation“.

Über ISPIM

ISPIM, die International Society for Professional Innovation Management, ist eine Gesellschaft von Mitgliedern aus Forschung, Industrie, Beratung und dem öffentlichen Sektor, die alle eine Leidenschaft für Innovationsmanagement teilen. Sie treibt die Frage an, wie man aus Ideen erfolgreich neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen schafft, um wirtschaftliches Wachstum und Wohlbefinden zu fördern. ISPIM wurde 1983 in Norwegen gegründet und ist das älteste, größte und aktivste internationale Innovationsnetzwerk.

Hintergrund zu den Beiträgen

Digital Transformation of Business Models in the Israeli AgTech Landscape 

Dieses Paper zielt darauf ab, die digitale Transformation von Geschäftsmodellen in der israelischen AgTech-Landschaft darzustellen. Zu diesem Zweck wurde die AgTech-Landschaft kartiert und 10 semi-strukturierte Interviews mit Experten auf diesem Gebiet geführt. Die Agrarindustrie hat, besonders in Zeiten der COVID-19-Pandemie, viel Aufmerksamkeit erhalten. Während die Landwirte mit zahlreichen Herausforderungen, wie z. B. dem Klimawandel, dem Mangel an Ressourcen und der zunehmenden Regulierung, konfrontiert sind, stehen sie gleichzeitig unter großem Druck, mehr zu produzieren. In dem Beitrag werden die Technologien und Start-ups vorgestellt, die diesen Sektor prägen. 

Integrated Approach for Digital Maturity: Levels, Procedure, and In-Depth Analysis

Das Ziel der Papers ist es, einen integrierten Ansatz zur Messung und Weiterentwicklung der digitalen Reife zu erarbeiten. Der integrierte Ansatz besteht aus mehreren grundlegenden Ebenen für eine strategisch ausgerichtete Digitalisierung. Dazu gehören die digitale Strategie, die digitale Transformation und die digitale Implementierung. Der Ansatz besteht außerdem aus drei relevanten Schritten: einer ersten Analyse der digitalen Reife, einer vertieften Analyse und der Ableitung von Maßnahmen.

Interdisciplinary Approach to Innovation Management Research: A Conceptual Methodological Framework 

Die Untersuchung von agilen Praktiken gilt als ein grundlegender Forschungsbereich im Innovationsmanagement. Design Thinking ist eine dynamische, innovative, agile Praxis, die bisher noch nicht ausreichend mit einem interdisziplinären Ansatz untersucht wurde. Design-Thinking-Experten verfügen über kognitive und metakognitive Prozesse, die den Wissensaustausch und die Anpassungsfähigkeit unterstützen, die für die Durchführung von Design-Thinking-Initiativen notwendig sind. Eine Untersuchung Mindsets dieser Design Thinking-Experten hilft bei der Verbesserung des Wissensaustauschs und der Anpassungsfähigkeit, was für Wissenschaftler und Praktiker von großem Nutzen ist, um zu verstehen, wie man Design Thinking besser unterstützen kann. 

Overcoming the Male Bias in Youth’s Entrepreneurship Attitudes

Das vorliegende Paper zeigt zwei Missstände auf, die zum Gender Gap in der deutschen Gründer- und Start-up-Szene beitragen: Von klein auf erlernte Geschlechterstereotypen auf der einen Seite und das generische Maskulinum in der deutschen Sprache auf der anderen Seite. Die Literatur zeigt, dass beide Spannungsfelder Barrieren für weibliches Unternehmertum darstellen. Um frühzeitige Interventionen zur Entschärfung dieser Effekte zu implementieren, zum Beispiel im Rahmen der schulischen Ausbildung, sind tiefere Einblicke in die Einstellungen der Heranwachsenden notwendig. 

A systems theory-based conceptual framework for holistic digital transformation

Dieser Beitrag setzt sich für eine systemtheoretische Sichtweise auf die digitale Transformation (DT) von Unternehmen ein. Diese Perspektive trägt zu einer ganzheitlicheren, stabileren, zeitunabhängigen und kundenzentrierten Sicht bei und soll dazu dienen, Vorhaben der digitalen Transformation effektiv zu bewältigen. Die Autoren analysieren bestehende Ansätze, Modelle und Frameworks zur DT sowie die angrenzenden Bereiche Geschäftsmodellinnovation und digitale Reifegradmodelle und bewerten sie unter Verwendung der systemtheoretischen Terminologie. Basierend auf der Analyse schlagen sie ein auf der Systemtheorie basierendes DT-Framework vor, welches anhand von Fallstudien dreier deutscher KMUs, die sich in unterschiedlichen Phasen ihres DT-Prozesses befinden, evaluiert wird.

Text: Hochschule Neu-Ulm